Der Wandel staatlicher Technologieförderung seit 1995

Bildquellenangabe: Gerd Altmann  / pixelio.de

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Die Praxis der Förderung neuer Technologien hat sich in den letzten  Jahren grundlegend geändert.  Während man noch Ende der 1980er Jahre davon ausging, dass technologischer Fortschritt vor allem durch Großunternehmen vorangetrieben wurde, zeigte sich bereits damals dass technologischer Erfolg nicht allein von der Größe des Unternehmens abhängt. Besonders deutlich wurde dies durch die Krisen der ehemaligen „nationalen Champions“ in den 1990er Jahren.

In Europa kam noch hinzu, dass durch die Vollendung des gemeinsamen Marktes nicht nur die Möglichkeiten zur Industrieförderung problematisch wurden, sondern sich auch im Zuge der sich beschleunigenden Globalisierung der allgemeine Fokus immer mehr auf die Binnenförderung des Wirtschaftslebens verschob. Da Großkonzerne immer internationaler wurden und immer weniger durch staatliche Wirtschaftspolitik zu beeinflussen waren nahm die wirtschaftspolitische Bedeutung kleiner und mittelständischer Unternehmen deutlich zu.

Parallel setzte sich die Erkenntnis durch, dass technologischer Fortschritt immer vielschichtiger wurde und nicht mehr als geradlinige Entwicklung erfassbar war. Vielmehr legten wissenschaftliche Arbeiten nahe, dass Innovationen von zahlreichen Faktoren abhängig sind und sich zunehmend in kleineren Einheiten vollzögen.

Dabei spielt vor allem sogenanntes Risikokapital eine immer bedeutendere Rolle. Vor allem kleine Unternehmen und die in den USA erfolgreichen Campus-Startups sind auf möglichst unbürokratische Investitionsinstrumente angewiesen, tragen dabei aber gleichzeitig  ein hohes unternehmerisches Risiko.

Seit der Jahrtausendwende hat die Politik darauf reagiert und zunehmend Förderinstrumente geschaffen, um hierbei Abhilfe zu schaffen und unternehmerische Aktivität in innovativen Bereichen zu unterstützen. In den letzten 10 Jahren ist so in Europa ein kaum zu überschauendes Netzwerk aus Förderprogrammen entstanden, das regional und sektoral unterschiedlichste Ausprägungen angenommen hat. Neben dem EU-Rahmenprogramm für Innovation und Forschung und den Fördermitteln aus den Strukturfonds haben sich zahlreiche Förderprogramme etabliert. In Deutschland ist dabei vor allem das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) des Bundeswirtschaftsministeriums von besonderer Bedeutung, da es unbürokratisch Förderzuschüsse für innovative KMU bereitstellt. Im Rahmen der ZIM Förderung wurden bis 2012 10.000 Projekte erfolgreich unterstützt.

Die enorme Bandbreite und Vielfalt von geförderten Projekten spricht dabei für sich. Die Neuausrichtung der staatlichen Technologieförderung seit 1995 trägt damit erste Früchte die sich in zahlreichen neuen Arbeitsplätzen und einen Mehr an technologisch sinnvollen Innovationen ausdrücken.

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